Private Krankenversicherung Test

Mai 12, 2010 3 Kommentare 

Der Abschluss einer Privaten Krankenversicherung (bzw. der Wechsel in die Private) will gut überlegt sein. Man sollte vorab alle Tests und Möglichkeiten in Betracht ziehen, um sich hier umfassend zu informieren. Denn ein späterer Wechsel in eine andere Private Krankenkasse kann einen teuer zu stehen kommen und ein Wechsel zurück in die Gesetzliche Krankenkasse ist sowieso nahezu ausgeschlossen.

Welche Punkte solltest du aber genau Testen?

Das hängt natürlich ganz von dir persönlich ab, aber generell solltest du auf folgende Dinge achten:

  • Tarif-Auswahl: Welchen Tarif/Welche Leistung brauche ich genau?
    • Ein-, Zwei- oder Mehrbett-Zimmer?
    • Freie Klinikwahl?
    • Chefarztbehandlung
    • Übernahme der Kosten für alternative Handlungsmethode (z.B. Homöopathie, …)?
    • Umfangreichere Kostenübernahme für Zahnarztleistungen, Kieferorthopädie?
    • Zusatzleistungen für Sehhilfen: Brillen, Kontaktlinsen?
    • Zuzahlungsfreie Massagen oder Physiotherapie?
    • Psychotherapie?
  • Beitragsstabilität: Junge Menschen bekommen extrem günstige Tarife. Lass dir unbedingt die Beitragsentwicklung des Tarifs zeigen (manche haben Steigerungsraten von 10% pro Jahr), sonst ist billig gekauft = teuer bezahlt. Tarife, die es erst wenige Jahre gibt sind daher mit Vorsicht zu genießen!
  • Bei Vorerkrankungen: Anfragen, ob die Private diese Erkrankungen übernimmt oder ausschließt.
  • Selbstbeteiligung: Bietet der Tarif/die Kasse eine Selbstbeteiligung an? Wie flexibel?
  • Beitragshöhe: Natürlich ist das eines der Hauptkriterien. Aber dies sollte nicht das einzige Kriterium sein (s. Steigerungsraten)
  • Kundenfreundlichkeit: Wie einfach ist die Abrechnung? Werden häufig Rechnungen beanstandet oder drückt die Kasse auch mal ein Auge zu?

Wo bekommt man die nötigen Infos?

Natürlich bekommst du die nötigen Informationen direkt von deinem Versicherungsberater. Da Versicherungsberater der Firma XYZ gerne Versicherungen von XYZ verkaufen, solltest du dich unbedingt unabhängig von deinem Berater informieren (und wenn es nur dazu dient, damit du ein gutes Gefühl hast).

Folgende Quellen kannst du nutzen:

  • Zum Einen kannst du natürlich direkt einen Online-Vergleich der Privaten Krankenversicherungen machen.
    Aus meiner Sicht die besten Alternative :-)
  • Generell lässt sich im Internet viel vergleichen, z.B. hier:
    • Hast du über den Online-Vergleich die Liste der möglichen Versicherungen eingeschränkt, lohnt es sich auf jeden Fall auf deren Websites Zusatzinformationen zu holen (Information über z.B. Beitragssteigerungsrate, etc. stellen die Versicherungen allerdings häufig nur auf Anfrage zur Verfügung)
    • Bewertungsportale wie z.B. Ciao oder Doyoo oder auch bei Focus Money geben Einblicke in die Zufriedenheit der Versicherungskunden.
  • Bekannte oder Freunde können einem gute Infos geben über die Kundenfreundlichkeit und den generellen Umgang der Versicherung. Unbedingt fragen!
  • Finanzzeitschriften wie z.B. Finanztest oder Focus Money veröffentlichen regelmäßig Test über die Versicherungen.

Video: Private Krankenversicherung (Teil 4/4)

Mai 7, 2010 3 Kommentare 

Endlich verstehe ich, warum sich Politiker so sehr scheuen anzuerkennen, dass wir eine 2-Klassen-Medizin haben.
Und ein sehr bemerkenswertes Zitat finde ich noch im nachfolgenden Video (eine Neudefinition der 3 Ks):

“Wer sich kundig macht, wer sich kümmert und wer kämpft, der kommt in diesem [System der gesetzlichen Krankenkassen] besser weg!”

Video: Private Krankenversicherung (Teil 3/4)

Mai 3, 2010 1 Kommentar 

Haben wir in Deutschland eine 2-Klassen-Medizin? Aber definitiv! Und das kommt nicht von den Ärzten. Das wird ganz klar von den Krankenkassen vorgegeben.
So gibt es für gesetzlich Versicherte eine obere Grenzverweildauer für den Krankenhausaufenthalt. Über diese Dauer hinaus bezahlt die gesetzliche Krankenkasse der Klinik kein Geld mehr. Da Kliniken ebenfalls wirtschaften müssen, versuchen die Ärzte logischerweise die Patienten entsprechend rechtzeitig zu entlasten.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, Patienten frühzeitig zu entlassen. Kritisch finde ich dabei nur, dass der Fokus bei der Entscheidung: “Kann der Patient heute entlassen werden?” auf einer finanziellen Grundlage beruht und nur in zweiter Linie auf dem Gesundheitszustand des Patienten.

Und solange ein Arzt für einen Privatversicherten 2-3 mal so viel Geld bekommt, wie für einen gesetzlich Versicherten, ist doch klar, dass der Privatversicherte die bessere Behandlung bekommt.

Würdet ihr nicht auch den Kunden bevorzugen, der mehr zahlt?

Video: Private Krankenversicherung (Teil 2/4)

April 28, 2010 1 Kommentar 

Der zweite Teil der Doku-Serie über Krankenversicherungen.

Hier geht es darum wie der Gemeinsame Bundesausschuss (im Übrigen ein Ausschuss, den ich auch noch nicht kannte) nahezu ausschließlich nach finanziellen Gesichtspunkten festlegt welche Behandlungen von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden.

Sehr interessant und treffend finde ich die Aussage, dass für gesetzlich Versicherte eine ausreichende Behandlung durchgeführt wird.
D.h. im Normalfall wird dem Patienten gar nicht erwähnt, dass es bessere Behandlungsmethoden gibt. Er bekommt als Kassenpatient eben nur die “ausreichenden” Behandlungsmethoden angeboten.
Diese “Heimlichtuerei” wird damit begründet, dass man den Patienten nicht verunsichern wolle.
Auch wenn das in Einzelfällen tatsächlich zu einer Verunsicherung führen sollte, so kommt es mir doch eher so vor als würde man als Kassenpatient einfach für dumm verkauft. Ist denn der Großteil der Patienten nicht mündig genug, um zusammen mit dem Arzt über die möglichen und die besten Behandlungsmethoden zu beraten?

Auf der anderen Seite kommt es mir manchmal als Privatpatient so vor als wäre ich beim Arzt auf einer Art Verkaufsveranstaltung. Da wird dieses und jenes angepriesen. Aber in dem Fall habe ich wenigstens die Wahl (und kann zumindest meine Bedenken und Vorlieben äußern). Das ist mir immer noch lieber, als wenn Behandlungen vor mir verheimlicht werden.

Video: Private Krankenversicherung (Teil 1/4)

April 24, 2010 1 Kommentar 

Auf Youtube gibt es tatsächlich auch Videos mit Inhalt. Hier ein Bericht von Sandra Maischberger über Gesetzliche Krankenversicherung vs. Private Krankenversicherung:

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Die 5 gefährlichsten Fehlannahmen über die Private Krankenversicherung

Februar 10, 2010 10 Kommentare 

Durch die Zusatzbeiträge einiger gesetzlicher Krankenversicherungen geht die Diskussion Private vs. Gesetzliche Krankenversicherung wieder hoch her.

Aus vielerlei Kommentaren und Bemerkungen habe ich mal die fünf gefährlichsten Fehlannahmen zu den Privaten Krankenkassen extrahiert.

Irrtum 1: Privatpatienten werden besser behandelt

Auch gerne: “Privatpatienten bekommen die besseren Arztleistungen”

Das ist so pauschal nicht korrekt. Es kommt wie immer darauf an. Nach Einführung des sog. Basistarifs bei den Privaten Krankenversicherungen, sollte – zumindest theoretisch – eine Besserstellung der Vergangenheit angehören. Der Basistarif sichert innerhalb der Privaten Krankenversicherung die Leistungen zu, die auch die gesetzliche Krankenversicherung bietet.

Private Krankenversicherung, Patientenablage (© Dot.ti Photocase.com)Ein Besserstellung ergibt sich dennoch, wenn auch minimal, dass man z.B. in Arztpraxen behandelt wird, die eigentlich keine Patienten mehr aufnehmen. Als Privatpatient genießt man hin und wieder auch die Privilegien einer verkürzten Wartezeit (aber das hängt vom jeweiligen Arzt ab).

Wer über die Private Krankenversicherung z.B. die Chefarztbehandlung integriert hat, kann zumindest sicher sein, dass er vom Chefarzt behandelt wird ;-)
Ob das “besser” ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Privat Versicherte sollten zudem darauf achten, welche Leistungen von der Versicherung gedeckt sind und welche nicht. Hier können im Kleingedruckten Leistungen ausgeschlossen sein (z.B.: psychotherapeutische Leistungen oder Leistungen für bekannte Vorerkrankungen.

Ein grundsätzlicher Vorteil ist jedoch, dass man seinen Arzt frei wählen kann (es sei denn man hat einen Haus- oder Primärarzt-Tarif). So muss man mit einer Hauterkrankung nicht erst zum Hausarzt, um dann zum Dermatologen geschickt zu werden (wer hat sich diesen Schwachsinn eigentlich für die gesetzliche Krankenversicherung ausgedacht?). Man geht einfach direkt zum Dermatologen (und man zahlt keine Praxisgebühr (apropos Schwachsinn ;-) )

Irrtum 2: Ein Wechsel in die Gesetzliche Krankenkasse ist möglich

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Wann ist ein Wechsel in die Private Krankenversicherung möglich? (Beitragsbemessungsgrenze)

Januar 29, 2010 6 Kommentare 

Wechsel in die Private KrankenversicherungHast du genug von Zusatzbeiträgen oder ähnlichem und möchtest in die Private Krankenversicherung wechseln?

Leider kann nicht jeder einfach in die Private Krankenversicherung wechseln. Das wäre ja noch schöner. :-)

Erstmal vorweg, ob du in die Private Krankenversicherung wechseln kannst, hängt von deinem Verdienst ab und von der Versicherungspflichtgrenze, wenn du Angestellter bist. Vor einigen Jahren galt noch: Versicherungspflichtgrenze = Beitragsbemessungsgrenze.

Die Versicherungspflichtgrenze gibt das Jahreseinkommen an bis zu dem man in der Gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist. Ist das Einkommen höher, hat man die Möglichkeit in die Private Krankenkasse zu wechseln.

(Der Beitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung ist abhängig von deinem Gehalt. Je höher dein Gehalt, je höher der Krankenkassenbeitrag. Dies ist aber nach oben gedeckelt: DAS ist die Beitragsbemessungsgrenze! Nicht verwechseln ;-)).

JahrJahreseinkommen (in EUR)Monatseinkommen (in EUR)
201049.9504.162,50
200948.6004.050,00
200848.1504.012,50
200747.7003.975,00

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Zeit zur Abrechnung mit der Privaten Krankenkasse

Januar 27, 2010 1 Kommentar 

Jetzt wird abgerechnet. :-)

Wie viele andere auch, sammle ich über das Jahr hinweg die Belege, Arztrechnungen bzw. Rezepte für die Private Krankenkasse.

Am Anfang des Folgejahres (also jetzt) überprüfe ich, ob es sich lohnt die Rechnungen einzureichen (je nachdem ob die Rechnungssumme über der möglichen Beitragsrückerstattung liegt – was sie übrigens tut).

Also, trage ich alle Belege zusammen, erstelle eine Übersicht für die Krankenversicherung (und letztendlich auch für mich) und schicke sie dann der Versicherung zu.

Die Zusammenstellung der Belege ist für mich ähnlich unterhaltsam wie die Steuererklärung. Ich denke, das geht nicht nur mir so.
Ich habe einen effizienten Weg gefunden, die Abrechnung mit der Privaten Krankenkasse abzuwickeln, ohne dabei Mr. Buchhalter des Jahres werden zu müssen.

Mein Vorgehen und auch das Muster (Excel-Vorlage) findest du im Tool-Verzeichnis.

Private Krankenversicherungen vergleichenSolltest du nicht privat krankenversichert sein, dürfte dich das Thema kaum interessieren.
Aber vielleicht möchtest du ja in die Private Krankenversicherung wechseln. Dann vergleiche unbedingt die Krankenversicherungen!